Es fing an in der Schweiz: In verschiedenen Zimmern wurden Spinnen,
Schlangen, Geckos, Skorpione, Skolopender, Käfer und weitere
Tierchen gezüchtet.
Klausi trieb es natürlich wieder einmal auf die Spitze:
5000 Spinnen im Hochbetrieb, gegen 150 Schlangen ... und der Platz
wurde langsam aber sicher knapp. Nicht nur ein Zimmer, nicht zwei
Zimmer, sondern immer mehr der Wohnung wurde durch die lieben
Mitbewohner eingenommen.
Und immerdar sprach man "man müsste eigentlich...",
oder "man sollte eigentlich..." ... bis eines Tages
in bekannter Vollgasmanier entschieden wurde:
WIR SOLLTEN NICHT, SONDERN WIR WERDEN!
ZIEL: Ein Artenerhaltungsprojekt für Corallus Caninus. Dazu
braucht es:
- Ein Projekt mit der Umweltbehörde IBAMA
- welches dann möglich ist, wenn man einen Platz dazu hat,
einen Biologen
- und die Anlage gemäss Vorgaben der IBAMA
- jede Menge Nerven
Und so kam es, dass wir (Klausi und Alex) in Brasilien nach einer
geeigneten Farm suchten. Zuerst schickten wir unsere Biologin
Paulinha los - quer durch den Amazonas, via Altamira und weitere
Orte unter Höllenstrapazen und immer wieder mal Pleite, weil
die Banken das Geld nicht rechtzeitig überwiesen... aber,
aber:
Das Traum-Plätzchen war alsbald gefunden und der grosse Bürokratiekrieg
begann. Mindestens 30 Mal hörten wir: "... die Papiere
sind am nächsten Dienstag fertig".
Nichts war.
Unterdessen hatten wir bereits Angestellte, die eigentlich die
Farm hätten bewirtschaften sollen. Anstattdessen verkaufte
einer Benzin, das er vorher aus unserer Kasse bezahlt hatte. Die
Jungen unseres Schweins "Marta" verschwanden, eines
nach dem anderen; und die Erklärung dafür vom Angestellten
war:
"Ich weiss auch nicht, es ist schon komisch. Die verschwinden
einfach."
Ja ... die Früchte fielen auf den Boden und nährten
die Wespen, das Haus wurde voller denn je mit Müll ... es
geriet alles aus den Fugen.
Aller Anfang ist schwer. Der Angestellte erhielt den Lohn und
arbeitete gleichzeitig, oder noch genauer ausgedrückt für
einen Nachbar, doppelter Lohn, wohnte gratis auf der Farm, erhielt
Schulgeld, ass uns jegliche Hühner weg (die Zahl schrumpfte
rasant von 80 auf 30). Aber zuguterletzt wurden wir ihn unter
Bezahlung seiner "direitos" los.
Das letzte verbleibende Ferkel "Paola" blieb, Marta
wurde wieder gedeckt und zwei weitere Schweine stiessen zur Familie.
Nach dieser eher mühsamen Aera ging's wieder aufwärts.
Unsere Biologin Paulinha, der wir die Universität finanzieren,
fand einen neuen super Angestellten: Seu Zé. Sein Kollege
Carlito hilft auch tatkräftig weiter und arbeitet temporär
bei uns 100%.
Seit Zé am Werk ist, haben wir im Urwald einige Riesenbäume
wieder aufgeforstet, die Farm geputzt, gereinigt, das Haus renoviert,
erste Schlangenkäfige anfertigen lassen, 300 Orangenbäume
gepflanzt, Carambolas, Rambutan, Manga, etc etc etc gepflanzt.
Bromelien schmücken die Bäume, Pão do Brasil
säumt die Wege, im umzäunten Geflügelteil der Farm
tummeln sich jetzt Enten, Truten, Hühner und Gänse.
Auch Princesa schaut jetzt zum rechten und isst fleissig Mangas
und Jacas.